Endometriose: Kann ich trotzdem schwanger werden?
Endometriose und Kinderwunsch
Als ich meine Endometriose-Diagnose erhielt, hatte ich große Angst, dass ich keine Kinder bekommen könnte. Eine Sorge, die wahrscheinlich viele Betroffene kennen, wenn sie diese Diagnose bekommen. Doch wie beeinflusst Endometriose eigentlich die Fruchtbarkeit? Kann ich trotzdem schwanger werden? Und was kann ich selbst tun, um mehr Klarheit zu bekommen?
Über diese Fragen habe ich mit Laura Grewe von OvulaRing gesprochen. Gemeinsam haben wir darüber geredet, was Endometriose für deinen Kinderwunsch bedeuten kann, welche Untersuchungen sinnvoll sind und wie du deinen Zyklus besser kennenlernen kannst.
In diesem Artikel erfährst du:
Warum Endometriose nicht automatisch bedeutet, dass du unfruchtbar bist.
Welche Untersuchungen dir mehr Klarheit über deine Fruchtbarkeit geben können.
Was du bei einer möglichen Endometriose-Operation beachten solltest.
Wie dir eine Zyklusanalyse helfen kann, deinen Eisprung und deine fruchtbaren Tage besser zu erkennen.
Warum es wichtig ist, bei all den Fragen rund um deinen Kinderwunsch auch auf dich selbst zu achten.
Endometriose und Fruchtbarkeit: Wie stehen meine Chancen, schwanger zu werden?
Die gute Nachricht zuerst: Etwa 60–70 % der Menschen mit Endometriose können schwanger werden. Eine Endometriose-Diagnose bedeutet also nicht automatisch, dass du unfruchtbar bist oder dein Kinderwunsch unerfüllt bleiben muss. (1)
Wie stark Endometriose deine Fruchtbarkeit beeinflusst, hängt vor allem von deiner individuellen Situation ab. Entscheidend ist beispielsweise, wo genau sich die Endometrioseherde befinden und welche Organe betroffen sind. Liegen Herde an den Eierstöcken oder Eileitern? Sind die Eileiter möglicherweise durch Endometriose oder Verwachsungen blockiert? Gibt es Verwachsungen im Bauchraum, die eine Schwangerschaft erschweren könnten?
Neben der Endometriose selbst spielen auch dein Alter, deine Zyklusgesundheit und die Fruchtbarkeit deines Partners eine wichtige Rolle.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die lange Diagnosezeit bei Endometriose. Im Durchschnitt dauert es bis zu zehn Jahre, bis Betroffene ihre Diagnose erhalten. [Quelle ergänzen] Gerade deshalb ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit dem eigenen Kinderwunsch auseinanderzusetzen – auch wenn eine Schwangerschaft vielleicht erst für die Zukunft geplant ist.
Denn je besser du deine individuelle Situation kennst, desto eher kannst du gemeinsam mit deinem Behandlungsteam einschätzen, welche nächsten Schritte für dich sinnvoll sind.
Kinderwunsch bei Endometriose: Welche Untersuchungen bringen mir Klarheit?
Wenn du Endometriose hast und dir ein Kind wünschst, ist es sinnvoll, deine Fruchtbarkeit frühzeitig abklären zu lassen. Denn die Diagnose allein sagt noch wenig darüber aus, wie deine persönlichen Chancen stehen, schwanger zu werden.
Im Gespräch mit Laura Grewe haben wir darüber gesprochen, welche Untersuchungen dir mehr Klarheit geben können:
Gynäkologische Untersuchung: Ein ausführliches Anamnesegespräch, eine Tastuntersuchung und ein vaginaler Ultraschall können erste Hinweise auf Endometrioseherde, Zysten oder Verwachsungen geben. Manche Befunde lassen sich allerdings erst bei einer Bauchspiegelung feststellen.
Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit: Endometrioseherde und Verwachsungen können die Eileiter beeinträchtigen oder blockieren. Ob deine Eileiter durchgängig sind, lässt sich auch oft nur über eine Bauchspiegelung überprüfen.
AMH-Wert bestimmen: Eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf deine Eizellreserve geben, über die Bestimmung des AMH-Werts. Dieser sagt allerdings nicht aus, ob du auf natürlichem Weg schwanger werden kannst.
Zyklusanalyse: Wann findet dein Eisprung statt und wie entwickelt sich deine zweite Zyklushälfte? Eine Zyklusanalyse kann helfen, Auffälligkeiten zu erkennen und dein fruchtbares Zeitfenster besser einzugrenzen.
Spermiogramm: Auch die Fruchtbarkeit deines Partners sollte berücksichtigt werden. Ein ausführlicheres Spermiogramm kann wichtige Erkenntnisse zur Spermienqualität liefern.
Eine Endometriose-Operation sollte gut abgewogen werden
Eine Operation kann unter bestimmten Voraussetzungen die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern. Gerade bei Eingriffen an den Eierstöcken besteht jedoch das Risiko, gesundes Eierstockgewebe zu schädigen und dadurch die Eizellreserve zu verringern (2).
Deshalb solltest du vor einer Operation mit deinem Behandlungsteam besprechen, warum der Eingriff notwendig ist, welche Auswirkungen er auf deine Fruchtbarkeit haben könnte und ob das Operationsteam auf Endometriose spezialisiert ist.
Wichtig: Sprich deinen aktuellen oder zukünftigen Kinderwunsch unbedingt vor einer geplanten Operation an, damit dieser bei der Entscheidung berücksichtigt werden kann.
Diese Fragen solltest du vor einer OP stellen:
Warum ist die Operation notwendig? Und was passiert, wenn ich zunächst abwarte?
Welche Auswirkungen könnte die Operation auf meine Fruchtbarkeit haben?
Wie kann gesundes Eierstockgewebe während der Operation möglichst geschont werden?
Was passiert, wenn während der Operation festgestellt wird, dass meine Eileiter blockiert oder durch Verwachsungen beeinträchtigt sind?
Ist das Operationsteam auf Endometriose spezialisiert?
Zyklusanalyse bei Kinderwunsch: Die fruchtbaren Tage bestimmen und den Zyklus kennen
Mach es besonEine Zyklusanalyse ist die systematische Beobachtung und Auswertung deines Menstruationszyklus, beispielsweise anhand deiner Körpertemperatur und deines Zervixschleims. Sie hilft dir, deinen individuellen Zyklus besser zu verstehen, deinen Eisprung zu erkennen und deine fruchtbaren Tage einzugrenzen.
Denn der Eisprung findet nicht automatisch am 14. Zyklustag statt. Er kann deutlich früher oder später auftreten, weshalb es hilfreich ist, den eigenen Zyklus genauer kennenzulernen.
Dafür kannst du beispielsweise deinen Zervixschleim und deine Basaltemperatur beobachten. Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur durch das Hormon Progesteron typischerweise an. Diese Veränderung hilft dabei, den Eisprung rückblickend zu erkennen.
Im Gespräch hat Laura Grewe erklärt, wie OvulaRing die Zyklusanalyse mithilfe kontinuierlicher Temperaturmessungenunterstützt. Ein vaginal getragener Sensor zeichnet den Temperaturverlauf auf. Anhand der Daten lässt sich dein individueller Zyklus genauer auswerten und dein fruchtbares Zeitfenster besser eingrenzen.
Gerade bei Endometriose und Kinderwunsch kann dieses Wissen hilfreich sein. Wichtig ist aber, dass Zyklustracking keine ärztliche Fruchtbarkeitsdiagnostik ersetzt und du notwendige Untersuchungen deshalb nicht über Monate aufschieben solltest.
Wenn du OvulaRing selbst einmal ausprobieren möchtest, erhältst du mit dem Rabattcode ZYKLUSZEITEN 5 % Rabatt auf deine Bestellung.
Die Aufzeichnung des ganzen Gesprächs mit Laura findest du in der Zyklus Zeiten Membership.